Samstag, 1. Oktober 2011

Christoph vs. the language barrier

Ein bisschen beunruhigt durch Nachrichten aus der Heimat hatte (und habe) ich mir für den freien Tag heute vier Dinge vorgenommen:

1) Wäsche waschen!

2) Für den CIEE Kurs muss ich bis Montag einiges gelesen haben. Also nacharbeiten!

3) Serien streamen, die ich in den letzten Wochen verpasst habe!

4) Am Abend aufs Squeerdance Festival in Újezd gehen und viel Spaß haben!

Zu 1) Wäsche waschen. Hochmotiviert marschierte ich frisch geduscht nach unruhigem Schlaf zur Rezeption bereit es mit der Sprachbarriere aufzunehmen. Allerdings scheiterte mein Versuch der wirklich sehr netten Frau hinter der Scheibe auf Englisch/Deutsch, ein bisschen Französisch und internationalen Hand-und -Fuß-Code klarzumachen was ich von ihr wollte vollumfänglich.
Entschlossen nicht wie beim Internet gleich wieder aufzugeben zog ich los zur Norma, um ein Spülmittel (und endlich Klopapier!) zu kaufen. Zurück an der Rezeption habe ich das Erworbene dann in meiner Hand wie verrückt vor dem Gesicht der völlig verdutzten Frau im Kreis herumgewirbelt und dabei laute "Ssssssccccchhhhhhrrrrruuuuummmmmm"-Geräusche gemacht. Das machte mein Anliegen wohl klarer. Allerdings half auch mein Requisit nicht die Tschechische Antwort, die mir nach einem lauten Lachen entgegensprudelte, zu übersetzen. Klar wurde mir nur, dass es wohl irgendwie nicht geht. Warum auch immer. Immerhin Kopfschüttel und Schulterzucken funktionieren hier genauso wie bei uns. Zum Glück bin ich nicht auch noch in Griechenland oder Ungarn...
Unverzagt fragte ich die nächsten Bewohner, die mir entgegen kamen um Hilfe, aber die ersten drei, die ich erschwischte, hatten alle den hier allgegenwärtig zu beobachtenden "Ich-muss-so-schnell-wie möglich-aus-diesem-Höllenloch-raus"-Tunnelblick aufgesetzt und sind glatt an mir vorbeigerauscht, ohne mich eines Blickes zu würdigen. Schließlich erwischte ich doch einen, der sogar Tschechisch konnte und der mir übersetzte, dass der Raum im Augenblick belegt sei und ich in zwei Stunden nochmal kommen sollte.

Das bringt mich zu 2) Ich zog also los, um die Zeit zu überbrücken und erkundete den Park des nahen Barock-Klosters. Der Park ist bei Tag wirklich sehr schön und weitläufig. UND es gibt sogar noch echte Benediktiner da! Ich setzte mich in eine Wiese und hab mich recht zügig von der Keltischen Zeit bis zum Dreißigenjährigen Krieg durchgeackert. Dabei stellte sich heraus, dass das Kloster in dessen Park nur rein äußerlich Barock war. Tatsächlich war es bereits 993 von keinem geringeren als Adalbert von Prag (über den ich beinahe mal ein Referat gehalten hätte ;-)) als erste Männerabtei Böhmens errichtet worden war. Als ich bemerkte, dass die zwei Stunden schon lange vorbei waren, eilte ich los, um den Weg zurück zum Wohnheim zu finden, nur um festzustellen, dass der Park des Klosters sich quasi die Rückwand mit dem Wohnheim teilt. Durch diesen ehrwürdig mittelalterlichen Kontext meines Domizils versöhnt (und ein bisschen verärgert, dass ich diese Verbindung nicht vor drei Nächten entdeckt habe... hätte mir einiges erspart) stürmte ich zur Rezeption, um endlich Wäsche waschen zu können.

Aber - wieder zurück zu 1) - natürlich war der Raum schon wieder oder immernoch belegt. So richtig verstanden hab ich das nicht. Aber gut. Ich hab also meine Sachen gepackt und bin in die Stadt gefahren, in mein unfreundliches Lieblings-Internet-Café, um Punkt 3) in Angriff zu nehmen. Und wer sich die neuen Titel meiner Beiträge anguckt kann sich schon fast denken mit welcher Serie ich anfangen werde ;-)...

2 Kommentare:

  1. 993? Das ist eine Jahreszahl mit nur drei Stellen! So etwas kann man nicht trauen!
    Außerdem: Wenn du erst nach einer Woche Klopapier gekauft hast, wie hast dus in der Zeit bis dahin gehalten...?

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  2. Einfach: Kastanienblätter! Ist hier gar nicht so unüblich wie man vielleicht glauben möchte...

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