Mittwoch, 18. April 2012

Christoph vs. the Czech week(end)

Wie versprochen nur ganz kurz die Höhepunkte des bernerischen Besuchs in Prag. Ein glücklicher Zufall möchte es nämlich, dass wir als Hausaufgabe im Tschechischkurs schreiben müssen was wir letztes Wochenende erlebt haben. Dreimal dürft ihr raten welcher Tschechischkurs diese Woche DIE Tschechische Vergangenheitsform gelernt hat. Richtig, im Tschechischen - und scheinbar den meisten anderen slawischen Sprachen - gibt es nur EINE Vergangenheitsform (Schaut nicht so überrascht! Das bedeutet keinesfalls, dass es irgendwie einfacher wäre! Um solche Sachen wie Vorzeitigkeit anzuzeigen oder auszusagen, ob man etwas regelmäßig, über einen länderen Zeitraum hinweg oder nur einmal getan hat, gibt es die schöne Einrichtung des Aspekts, der sich zum Tschechischlernenden etwa so verhält wie Skylla und Charypdis zur Besatzung von Odysseus' Schiff...).
Ich habe diese Aufgabenstellung also etwas weiter aufgefasst, und alles was ich mit Bears in der letzten Woche gemacht habe (stark, stark, stark gekürzt, kondensiert, zensiert und entromantisiert), in dieses kurze Textchen gepresst. Morgen dürfen sich dann meine Dozentinnen mit den Hunderten von Fehlern, die sich darin befinden herumärgern. Heute erfreue ich euch damit, weil es so badass aussieht, und so bizarr ist, dass ICH das geschrieben haben soll und tatsächlich verstehen soll was darin passiert, dass das eine echte Sprache ist, die in Schrift eingefangen werden konnte und, dass damit tatsächlich Millionen von Menschen jeden Tag kommunizieren. Es ist mir immer wieder wie ein Wunder!

O víkendu byla moje přitelkyně u mě. Dělali jsme hodně věcí. Na příklad jsme šli na procházku na Letnou. Potom jsme jeli do divadla. Kromě toho jsme navštovali dobré přátele. Druhý den jsme jeli na Divokou Šarku. Naštěstí bylo počasí moc hezké. Ale bohužel jsme nemneli jenom volno, taky jsme museli pracovat. Tak jsme jeli na mojí kolej. Musel jsem dělát domácí úkol. Ona se musela učit. Přesto byl víkend moc krásný.

Fleißpunkte für Übersetzungsversuche. Wer Fehler findet darf sie behalten, einrahmen und sie mir hinterher gerne immer wieder dick aufs Brot schmieren (Tschechische [Quasi-]Muttersprachler[innen] ausdrücklich ausgeschlossen;)!

In diesem Sinne: Tally-ho!

Sonntag, 15. April 2012

Christoph vs. a day in the life

Bevor ich aber dazu komme, meine Tage mit Bears in der alten und danach in der zwischenzeitlichen Heimat zu beschreiben, erstmal einen Überblick über das was hier so in Prag die letzten Wochen gelaufen ist. Ich bin Informationen über mein zweites Semester bisher ja sträflich schuldig geblieben. Daher beginne ich mal mit der Schilderung eines typischen Tages im Prager Leben eines jüngeren Christophs im zweiten Semester an der äääääääääältsten Universität Mitteleuropas.

Also:

Durchschnittlich zwischen 06:14-8.27h wurschtelt er sich aus dem Bett. Abhängig davon ob er Uni hat oder nicht (und wann) in unterschiedlichen Stufen von Eile. Geduscht wird nicht, das geschieht in der Regel am Vorabend zwischen 00.30h und 01.30h. Gesetzt der Fall der Morgen beginnt nicht mit gemurmelten Fluchen ("Scheissescheissescheisseschonwiederzuspätverdammtescheisseaberauch!!!") und einem Spurt zur Tram, so beginnt er mit dem Hochfahren des NEUEN Laptops, einer angerührten Tasse Schweizer Hausfrauenkaffee und einer Tasse Müsli (ja Tasse, nur Juppies haben Schüsseln!). Die erste Runde durch die sowohl unterhaltsamen, als auch informativen und kommunikativen Weiten des Internets fällt je nach weiterer Tagesplanung unterschiedlich lang aus. Manchmal endet sie mit dem letzten Schluck aus der Kaffeetasse wenige Minuten später, manchmal nach gefühlten 73 Episoden "Community", am späteren Nachmittag ("JetztmussichaberwirklichlosoderdieGeschäftehabennichtmehrauf").

Früher oder später geht es dann mit Tram und Metro (Über das Fahren mit dem Öffentlichen Nahverkehr in Prag, gibt es mal einen eigenen Eintrag) in Richtung des ehrfurchtgebietenden Fakultätgebäudes am Nam. Jana Palacha. Die universitären Aktivitäten sind für den Jüngeren Christoph dieses Semester weitaus weniger nebensächlich zu handhaben wie im vorangegangen. Zum einen sind es schlicht mehr, zum anderen durchaus auch anspruchsvollere. Fast alle wollen irgendwann, irgendwie Midterms schreiben, hätten gerne einen Vortrag oder eine Diskussion und am Ende natürlich ein kleines Paper oder eine Abschlussklausur. Zusätzlich muss natürlich noch meine amerikanische Deutsch-Nachhilfeschülerin errrhmmm: Tandem-Partnerin unterhalten werden. Das geschieht mittels eines deutschen Kinderbuches, das ich für 15 CZK in einem Antiquariat ums Eck erstanden habe. Sie quält sich mit der Aussprache von <ä>, <ö>, <ü> und sowie dem Unterschied zwischen starken und schwachen Verben, während ich mehr oder qualifiziert kommtiere, erkläre oder versuche nicht zu offensichtlich zu verzweifeln.

Aus den einzelnen Klassen gibt es weiterhin zu berichten:

1) Der Tschechischkurs läuft. Nicht völlig glänzend aber souverän eiere ich - immer oberhalb von 80% - von den Präpositionen (die einfach in jeder Sprache völlig bitchy sind) zu den Hilfsverben und stehe nun kurz vor dem ersten Schritt in die Vergangenheit.

2) Zu Stella sag ich später noch was. Soweit v.a. aufwändig und zeitraubend. Aber nette Leute und ich denke am Ende wird es das alles wert sein.

3) Der Gotisch-Kurs. Oh ja, da gibt es allerdings Neuigkeiten. Ihr erinnert euch an den viel kompetener wirkenden, perfekt Englisch sprechenden Assisstenten, der den deutschen Linguistik-Teddy bisher nur unterstützend zur Seite stand? Es gab wohl einen Putsch oder eine Art Umsturz und seit zwei Wochen sind die Rollen im Kurs nun vertauscht. Ein weiterer Fall von "careful what you wish for", denn der Assistent zieht das Tempo und den Anspruch massiv an, geht auf uns ein, will uns offensichtlich tatsächlich etwas beibringen. Konnte man sich also vorher vom deutschen Liguistik-Teddy ganz entspannt berieseln lassen, sich an der eigenen Ahnungslosigkeit auf diesem Gebiet erfreuen und zusehen wie der Minutenzeiger vorankroch, so wird man jetzt auf einmal gefordert, muss Texte vor- und nachbereiten, Grammatik recherchieren - übelste Erinnerungen aus den Zeiten meines Sprachgeschichte Proseminars werden wieder wach! Bin mir immernoch nicht sicher, ob ich diese neue Entwicklung gut finden soll....

4) Das Landscape (and) Sociology Seminar bleibt interessant. Sehr schön hat der Dozent uns mit seinem lustigen tschechischen Englisch durch das Spannungsfeld von social, economical und cultural studies geführt, die alle zu den Thema beitragen. Die Midterm-Klausur letzte Woche war as easy as they get und ich freue mich auf die Exkursion ins Český Raj Anfang Mai.

5) Die Vorlesung zur Deutschen Literatur zwischen 1700 und 1880 schreitet so voran (Schillers Briefe über die Ästhetische Erziehung des Menschen erfolgreich eingeschädelt). Wenig wirklich Neues, aber dennoch interessant vieles nochmal und auf universitäten Niveau vertieft, zu hören. Letzthin war eine Gastvortragende aus Bamberg da und es war wirklich herzerfrischend: Alles von ihrer Redensart und Vortragsweise bis hin zu Gestaltung ihrer PowerPointPräsentation, kündeten von der selben harten Bamberger Schule, durch die auch ich meinerzeit gegangen bin. Eine willkommene Abwechslung zu den bisweilen reichlich unstrukturierten und schlampigen Präsentationen der Dozenten hier....

6) In dem Art&Architecture Kurs ist es bisweilen ein bisschen anstrengend zu sitzen. Ich weiß wohl einfach zu viel, so dass es oft schwer fällt still und sitzen zu bleiben, wenn der Dozent - den ich persönlich ja sehr nett finde - mal wieder so tut als wären Basilika und Kathedrale gegensätzliche Begriffe innerhalb desselben Terminologiesystems, oder bei der Begründung der Kreuzzüge so brutal vereinfacht, dass es die Grenze zum Falschen mehr als nur knapp überschreitet. Die Welt und v.a. die Geschichte, die sich in ihr entfaltet, ist nicht so einfach. Und bei aller Rücksicht auf die unterschiedlichen Bildungshintergründe der v.a. amerikanischen Kommilitonen (Dozent:"What do you think from which period is this building?" Sally aus Kansas: "Is it romanesque?" Dozent:"Yes, and that would mean it is from which century?" Sally aus Kansas:"uhm... 17th?"), ein bisschen davon sollte man ihnen schon zutrauen dürfen.
Wenn es aber um Tschechien per sé geht und v.a. jetzt, da wir in modernere Zeiten vorstoßen, lern ich aber doch ab und zu was interessantes (Zum Beispiel wie man den Wallenstein-Garten in Prag findet und was für tolle Barockmusik in Böhmen entstanden ist).

7) Zum Abschluss muss ich sagen, dass ich den Ägypten-Kurs errrrm, GEILOMAT!-Kurs nach wie vor uneingeschränkt genieße. Toll, toll, toll. Nachdem der religiös-theologische Teil durch eine schöne Diskussionsrunde über eine Reihe Aufsätze zum Lesen und Verstehen der Pyramidentexte in der Unas-Pryamide abgeschlossen wurde, ging es diese Woche mit einer erfreulich linguisitischen Einführung in die ägyptische Sprache und Schrift weiter. So kann das bleiben!

Für die Uni müssen also Aufsätze gelesen, Vokabeln gelernt und Skripts rekapituliert werden. Ein weiterer bestimmender Faktor ist "Stella" deren Aufführung in EINEM Monat ihre Schatten vorauswirft. So gilt es eifrig zu proben und Texte zu lernen.
Mittagessen erfolgt meistens in der Stadt, entweder in der Pilsen Bar, nahe der Fakultät (hab jetzt eine Club Karte, weil ich da sooft rumhänge, hihihi :)), in einer Paneria oder der Touristenmensa und bietet im idealfall Anlass zu sozialen Kontakten mit etwa der Zweiten Finnin, oder der Französin mit dem farbenfrohen Namen. Weitere Menschen, die ab und zu meine Kreise stören sind eine kleine, blonde Tschechin, hier genannt Stella (die natürlich nicht wirklich so heißt, hier nur so geführt wird weil sie eben jene im gleichnamigen Stück spielt), der Postillion (ebenfalls nach seiner Rolle im oben genannten Stück gedubbt), sowie nach wie vor der Drei-Bücher-Philosoph und mein Waschmaschinenheld und Wohnheimsdolmetscher (Wobei das Verhältnis zwischen den beiden als vergiftet bezeichnet werden darf, nachdem ersterer letzerem in Konsequenz eines heftigen, auf Tschechisch geführten, Streitgesprächs über Liebe, Beziehung, Politik, Intelligenz, Glaube, Religion und Fußball [also alles völlig unproblematische Themen mit wenig Konfliktpotential] ein Bierglas ins Gesicht schüttete!). Hinzu kommen einige flüchtige Bekanntschaften aus Kursen und Vorlesungen, die man gelegentlich und eher zufällig trifft.

In der - zunehmend abnehmenden - Freizeit, streift Christoph der Jüngere nach wie vor gerne durch die Stadt und entdeckt neue Ecken. So sind mit dem Voranschreiten des Frühlings die großen Parks (Vyšehrad, Letná, Petřin, Vítkov) in sein Blickfeld gerückt. Gerade der Vítkov ragt noch immer wie ein gewaltiger weißer Fleck über den Norden von Žižkov auf. Überhaupt gibt es im Prager Norden und Osten noch weite, durchaus reizvolle Stadtgebiete (Vinohrady, Holešovice), die der Erkundung harren.
Wenn nicht in der Stadt unterwegs unterhält der Jüngere Christoph sich mit Serien aus dem Internet (GAME OF THRONES LÄUFT WIEDER!!!!), liest Jasper Ffordes ebenso unterhaltsame, wie lustige, aber auch kluge und lehrreiche und gleichzeitig völlig abgedrehte Thursday Next Reihe oder spielt Baldur's Gate (Erst gestern gelang es mir [bzw. meiner Paladinin...? Paladina....? Paladiness....? Meinem weiblichen Paladin Aerwyn] - mit Minsc, Dynaheir, Imoen, Coran und Branwen bzw. später Yeslick im Gefolge - den schurkischen Davaeron zu bezwingen und seine schändlichen Umtriebe im Mantelwald zu beenden...).

Höhepunkt des durchschnittlichen Tages im durchschnittlichen Leben des durchschnittlichen Jüngeren Christophs ist die zum Glück ganz und gar nicht durchschnittliche abendliche skype-Sitzung mit der fernen schweizer MolMed/Mathematikerin in Bern oder wo auch immer sie sich gerade rumtreibt...*soooifz*

Christoph vs. the Ides of March

Es wird mal wieder Zeit der eitlen Idee zu frönen, dass irgendwen da draußen interessiert was ich hier so tue. Und zwar massiv, denn es ist über einen Monat her, dass ich zuletzt geschrieben habe und völlig ereignislos war er bei weitem nicht. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht so genau wo zu beginnen. Ich denke wir beginnen am Anfang, das hat sich irgendwie so durchgesetzt...

- Dem Besuch des Herrn Barons und des jungen Taugenichts (der vor allem wegen seiner hemmungslosen Schlemmerei in Erinnerung bleibt) folgte ein weiterer Besuch aus deutschen Landen: Zwei (genau genommen drei) junge Damen aus dem Dunstkreis der alten Heimat kamen vorbei und haben sich trotz kaum überwundener Erkältung im ersten Fall, nachwuchsbedingter Ausbeulungen im Bauchbereich im zweiten Fall und einem akuten Fall von pränataler Protoexistenz im dritten Fall, wacker zwei Tage lang von mir durch Prag schleifen lassen. Das Wetter erwies sich als äußert kooperativ und sogar ich hab noch das ein oder andere Neue in Prag erlebt, so z.B. eine Rundfahrt mit einem netten, kleinen Touristenschlepper auf der Moldau. Außerdem wurde ich über das Schicksal, die Karrieren und Lebensplanungen meiner ehemaligen WG und noch aktiver oder schon ausgeschiedener Mitbewohner auf den neusten Stand gebracht. Sehr schön war's, ihr dürft jederzeit wiederkommen! :)

- Am folgenden Wochenende war ich dann drei Tage in der Schweiz: Sonne, Aare, Bern, Fondue, Lange Spaziergänge, Kellerkino (ein wahrhaft inspirierender Film über schweizer Messies), Merange, Migros, Postauto und natürlich ganz viel Bears quality time. Viel zu schnell vorbeigezogen - wie eben immer.

- Das darauf folgende Wochenende führte mich dann wieder nach Oberfranken! Zum ersten mal seit der Weihnachtszeit wieder in der alten Heimat. Merkwürdiges Gefühl. Anlass war ein Klassentreffen am Samstag Abend, aber bis dahin sollte sich noch so einiges ereignen. Donnerstag Abend kam ich in Bamberg an und habe mich lange und sehr nett mit der last Mitbweohnerin standing unterhalten über Bamberg, die WG, das Leben und den ganzen Rest. Am Freitag eskalierte dann mein ursprünglicher Plan für den Mittag in Bamberg (nur schnell am Bahnhof den Bahncard und Ticketkram organisieren und an der Uni ein paar Sache erledigen) zu einer großen, glorreichen Bamberg-Tournee, die fast den ganzen Tag dauerte und an deren Ende die Erkenntnis stand, dass es vielleicht doch so etwas wie Heimat gibt, wenn diese auch weniger in einem Ort zu suchen ist, sondern vielmehr in den Menschen welche dieser Ort vereint und zusammenbringt.
So gab es interessante Gespräche in diversen Büros und am Lehrstuhl, mit ehemaligen und evtl. auch wieder zukünftigen Kollegen, was sich so ereignet hat und was so ansteht, später dann in der Mensa mit der müttlerlichsten aller (ehemaligen) Mitbewohnerinnen und der unvergesslichsten aller Niederbayerinnen und danach am Kaffeetisch der geschätzten Chefin bei UTS (Ja den Laden gibt es - trotz meiner anhaltenden Abwesenheit - noch, ich werde also noch einen Job haben, wenn ich wieder nach BA komme!). Schön wars, man kann immernoch wunderbar den Autopiloten anwerfen und ehe man sich's versieht steht man vor der TB 4 oder in der Austraße. Ach jaaaaaaa *seufz*. Nur kleiner scheint die Stadt irgendwie geworden zu sein. Waren die Häuser nicht irgendwie höher? Die Straßen nicht irgendwie dichter befahren? Waren nicht mehr Menschen auf der Straße?
Später fuhr ich dann mit der Bahn zum Baron wo ich bis zum nächsten Abend v.a. viel aß, trank, einiges über Bienen und das oberfränkischen Vereinswesen lernte und einen Orkschamanen bemalte. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen oder in diesem Falle der WAAAAAAAAAGH!!!.
Am Samstagabend ging es dann zum ausschlaggebenden Klassentreffen, das sich - trotz anfänglicher Skepsis - als ganz, ganz wunderbar herausstellte. Überraschend viele Leute, und eigentlich (fast) alle für mich interessanten (also die Leute, die ich sowieso mehr oder weniger regelmäßig sehe) waren gekommen. Wir suhlten uns im eigenen nostalgischen Saft, schmachteten über uralten Digitalphotos von Mitte und Anfang der Nuller Jahre. Alte Freundschaften wurden reaktiviert, alte Vorurteile bestätigt und bei Leuten mit denen man sich schon zu Abi-Zeiten nichts zu sagen hatte, hat sich das auch nach sechs Jahren nicht geändert. Das freundliche Nicken und Weitergehen funktioniert damals wie heute. Einige Fragen, die seit Jahren offen waren konnten endlich geklärt werden, alten Schulden beglichen und Ungeheuerlichkeiten aufgedeckt werden. Und natürlich wurde über all dem viel zu viel Alkohol getrunken.
Dieser Umstand bestimmte dann auch die Gestaltung des folgendes Tages, den ich bei der Frau Mama auf dem Lande zubrachte (mein guter, bester, ältester Freund hatte sich erbarmt und mich, der ich ohne konkreten Abreiseplan nach Kulmbach gekommen und inzwischen recht betrunken und anhänglich war, ins periphere Neuenmarkt kutschiert) und mir, unfähig das Bett zu verlassen, heftig wünschte, mein Schädel würde endlich ein gnädiges Ende machen, seine schmerzdröhnende Drohung in die Tat umsetzen und erlösend explodieren. Wirklich, einen derartigen Kater hatte ich mein Lebtag noch nicht: Saufen wie mit 19 geht zwar auch sechs Jahre später noch, nur die Konsequenzen, die man dafür ertragen muss sind ungleich bitterer. Hach, noch einmal jung sein!

Am Montag fuhr ich wieder zurück ins schönste aller böhmischen Dörfer jedoch nur für kurze Zeit, denn schon am Donnerstag saß ich wieder im Shuttlebus Praha-Norimberk, um mich in den Weiten der oberfränkischen Wildnis in einem Regionalzug mit Bears zu treffen, die von Bern gefahren kam. Aber das, und die daraus folgenden Ereignisse welche die letzten neun bis zehn Tage bestimmten, sind einen eigenen Blog-Eintrag wert. Der kommt sobald ich mich motivieren kann bzw. es wieder Anlass zum Prokrastinieren gibt ;).