Für den Rest der sonst noch so passiert in der Woche und mich beschäftigt hat, mach ich mal nen zweiten Eintrag auf sonst wird das so länglich. Wenn ihr also meinen Studenplan-review noch nicht gelesen habt, das kommt eins weiter unten. Nicht dass ich davon ausgehe, dass es irgendjemanden interessiert ;).
Desweiteren habe ich also diese Woche mal wieder erfolgreich (BERGEWEISE) Wäsche gewaschen und musste mich danach - weniger erfolgreichen - mit der Pförtnerin ein bisschen auf Tschechisch unterhalten: Offensichtlich geht es nämlich nicht nur einen Schlüssel für den Waschraum zu mieten und dann beide Waschmaschinen (ja es gibt genau zwei Maschinen für den ganzen Block) zu belegen... yikes! Auf jeden Fall hat die Pförtnerin - sehr nett und langsam - versucht mir das klar zu machen. Zumindest hoffe ich, dass es das war, das habe ich nämlich verstanden. Ein bisschen Tschechisch konnte ich dann auch zurückkleckern aber am Ende liefs doch meist nur auf děkuju (Danke) und promiňte (Entschuldigung) hinaus... :P
Und oh ja genau, das war noch, ich habe mir eine amerikanische Tandempartnerin organisiert. Bzw. sie sich mich. Ein Tandempartner ist ein Muttersprachler, der einem hilft seine jeweilige Sprache zu lernen bzw. zu perfektionieren. Ich soll der jungen Damen - deren Nachnamen man die deutsche Herkunft recht deutlich anhört - also beim Deutschlernen helfen und sie mir.... jaaaaaaa... das ist so ein bisschen das Problem. Nachdem wir uns jetzt zweimal getroffen haben zeichnet sich bereits ab, dass das Ganze eine recht asymmetrische Sache wird. Während ich ihr im Prinzip die ganze Chose mit starken und schwachen Verben, Partizipbildung, Hilfsverben und als Zugabe noch den Futur I versucht hab nahe zu bringen(erstmal wie es scheint recht erfolgreich, sie lernt echt gut), hab ich bisher den semantischen Unterschied zwischen to toss und to throw gelernt, dass queer naja.... eben nicht queer sondern eher odd oder off klingt und, dass man a plethora of (hab ich bei den Gilmore Girls gelernt ;)) zwar sagen kann, es aber halt "super-smart" klingt (Wie die Gilmore Girls eben.. *hach* :)).
Und ja. Ich war gemein genug um - in aller Unschuld - nach der semantischen Bedeutung des Nachnamens des im Augenblick gehyptesten potentiellen Präsidentschaftskandidaten der GOP Rick Santorum zu fragen - obwohl ich es natürlich bereits wusste. Ihre süße Ahnungslosigkeit erfrischte mein Herz. Mal sehen, ob sie es bis nächste Woche nachrecherchiert hat und ich sie nun moralisch und charakterlich völlig korrumpiert habe... v.a. glaube ich war es ihr peinlich, dass ich über ihre Innenpolitik besser informiert war als sie...
Was mich zu meinem nächsten Highlight führt. Ich gewöhne mir gerade an mir jeden Morgen, oder wann immer ich die Zeit dazu finde mir Jon Stewart (*hach* massive mancrush!) und seine Daily Show reinzustreamen! Und es ist wirklich immer ein absoluter Hochgenuss. Ist jedem, der sich auch nur im entferntesten für Amerika und gute Polit-Satire interessiert zu empfehlen! Gerade die ersten beiden Blöcke, die von ihm und seinen Mitarbeitern bestritten werden, sind einfach nur BRÜLLEND komisch. Seine Gäste im Interview sind zwar oft hochkarätig, aber manchmal geht es dann doch recht tief in die jüngeren und nicht mehr ganz so jungen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Fragen, Krisen und Diskurse der US-amerikanischen Zeitgeschichte hinein, so dass es gelegentlich recht schwer wird dem zu folgen. Manchmal sind die Gäste auch einfach nur Schnarchnasen.
Außerdem hab ich mir ein neues Tram und Metro-Buch gekauft (und ein neues Ticket! Für die nächsten drei Monate bin ich erstmal wieder versorgt)! Ich sah im Regal einen Titel stehen von dem ich schon mehrfach gehört bzw. gelesen hatte und der mich schon immer interessierte und das für grade mal 245 CZK. Ich griff natürlich ohne weiter nachzudenken zu: Salman Rushdies The Satanic Verses. Und - oh boy - es könnte KEIN Buch - und das schließt den Koran und die Bibel ausdrücklich mit ein - geben, das zum mal eben so nebenher in der Tram lesen ungeeigneter sein könnte. Nicht nur rollt Rushie darin die gesamte islamisch-indisch-orientalische Religions und Kulturgeschichte, sowie die Popkultur der 80er Jahre auf, sondern er baut auch IN EINER TOUR ehrfurchtgebietende Satzungetüme wie dieses:
"See, there, at the Willingdon Club golf links - only nine holes nowadays, skyscrapers having sprouted out of the other nine like giant weeds, or, let's say, like tombstones marking the sites where the torn corpse of the old city lay - there, right there, upper-echelon executives, missing the simplest putts, and look above, tufts of anguished hair, torn from senior heads, wafting down from high-level windows"
Ja, genauso hab ich auch gekuckt. Man muss also jeden dieser brutalstmöglich verschränkten, kunstvoll gedrechselten, durch Parenthesen gepreizten und Hypotaxen erweiterten Satzmoloch nicht nur mindestens dreimal lesen, sondern danach auch noch etwa 20% der Wörter nachschlagen. Danach weiß man - natürlich - meistens immernoch nicht was der Mann einem eigentlich sagen will. Und das geht wirklich in einem fort so weiter! Aaaaaaaaah! Leider bin ich süchtig und werde mich jetzt durch dieses Buch durchBEISSEN müssen... Aber vielleicht kann ich es mir ja als 2 Punkte Seminar für mein Oriental Studies Modul anrechnen lassen...
PS: Für alle die sich jetzt fragen "Rushdie... Rushdie.... da war doch was". Richtig. Da war was. Damit verbindet sich nämlich eine recht spannende und schockierende Episode, über die wir auch mal in der islamwissenschaftlichen Vorlesung, die ich letztes Jahr in Bamme besucht hab, gesprochen haben. Daher kannte ich den Titel auch. Kurzversion: Rushdies Buch wurde in weiten Teilen der islamischen Welt als Beleidigung und Blasphemie angesehen, er selbst gilt seitdem als Apostat was beides - sagen wir es wie es ist - keine gute Nachricht für einen gebürtigen Moslem ist. Der selige Großayatholla Ruhollah Khomeini (genau der sympathische Bartträger der den Iranern/Persern die Islamische Republik eingebrockt hat) hat in einer bis heute gültigen Fatwa 1989 jeden rechtgläubigen Muslim dazu aufgefordert Rushdie deswegen zu töten oder Anderen seine Tötung zu ermöglichen. Der lebt seitdem in England, bisweilen unter Personenschutz und wurde zwischenzeitlich von der Queen zum Knight Bachelor ernannt.
selbstverständlich weiß man wer salman rushdie ist und was für ein drama damit verbunden ist. ich kann mich nach sehr gut daran erinnern, als die geschichte damals durch die presse ging. ich würde sein gesicht auch wieder erkennen ;)
AntwortenLöschenwir sind nämlich nicht ganz mit scheuklappen durchs leben gegangen ;))))
das war aktuell als ihr kleine kinder wart... so alt sind wir nun auch wieder nicht, als dass wir uns daran nicht mehr erinnern könnten
allerdings hab ich schon damals - nach einem zitat aus seinem buch - beschlossen, dass ich es niemals lesen werde....
AntwortenLöschenwenn er will, dass ich es verstehe, dann soll er verständlich schreiben
Na, das hab ich sicherlich nicht unterstellen wollen. Scheib sowas ja v.a., weil ich mich damit selbst beschäftigt habe und mich das interessiert hat zu dem Zeitpunkt. Darüber hinaus, weiß ich nicht, ob es z.B. den (ZAHLREICHEN!:P) Mitlesern meiner Generation zwangsläufig was sagt...
AntwortenLöschenÄh... was? Bitte?
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