Donnerstag, 23. Februar 2012

Christoph vs. this semester's vintage

Soooooooooooo Gemeinde! Die erste Woche des neuen Semesters ist überstanden (sehr richtig: Am Donnerstag! Wer das in Anspruch nehmen kann, hat bei der Stundenplanerstellung ALLES richtig gemacht!) und es gibt einiges zu berichten. Zunächst mal zu den auserwählten Kursen, sie es in meinen Stundenplan geschafft haben:

1) Der Habsburger Kurs gefiel mir gut! Eine sehr sympathische und kompetente Dozentin aus Frankreich, die neben dem obligatorischen Englisch auch fließend Deutsch sprach! Sehr beeindruckend! An die deutschsprachigen im Kurs adressierte sie gleich zu beginn die Bitte ihren Vornamen "Gaelle" nicht wie "geil" auszusprechen. Da hatte sie mich schon gewonnen. Nun aber zum großen LEIDER. LEIDER handelt es sich beim Habsburger-Kurs um eine vom ECES ausgerichtete Veranstaltung. Genauso wie bei dem Art&Architecture und dem Ancient Egypt Kurs. Als nicht hauseigener ECES Student darf ich aber nur an zwei ECES Kursen teilnehmen. Blöd. Zwar wäre der Habsburgerkurs der gewesen, den ich mir theoretisch am ehesten hätte vorstellen können auszulassen, aber nachdem die Dozentin mich derartig überzeugt hatte stand ich nun vor einer schwierigen Wahl. Eine Mail, die mich spät am Abend erreichte, sorgte dann aber für klare Verhältnisse... mehr dazu unter 8)

2) Jaaaaaa... der Gotisch-Kurs. Das wird knackig. Der Dozent ist ein völlig verpeilter Deutscher, der sowohl mit seinem Englisch, als auch seiner Didaktik, als auch seiner Technologiefähigkeit vor etwa 30 Jahren stehen geblieben ist (Internet? Powerpoint? Diesem Manne böhmische Dörfer...). Er redet die ganze Zeit zu seiner Tafel hin und mäandert so durch seine Gedankenlandschaft, ohne sich groß darum zu sorgen, ob jemand seinem brutal teutonisch dahinstolpernden Englisch folgen kann. Nun ist jene Gedankenlandschaft - Gottseidank - durchaus beeindruckend: Ohne nachzudenken schüttelt er für fast jeden Namen, jeden Ort und jedes Konzept über das er da so stolpert die gesamte Etymologie aus dem Ärmel und vergleicht frei assoziierend quer durchs gesamte indogermanische Sprachspektrum vom Altisländischen, übers Altgriechische, bis hin zum Sanskrit. Daneben sitzt sein Assistent - der wesentlich kompetenter, weltgewandter und genauso gebildet wirkt - und bringt das Ganze dann mit dem Tschechischen in Verbindung. Sehr erhellend alles, aber sackschwer dem zu folgen. Ich bin gespannt.

3) Als nächstes: Archäologie. Da wollte ich ja echt hin und war sehr gespannt, doch dann hat sich der Raum erfolgreich im labyrinthischen Dschungel der Unigebäude zwischen Celetná und Ovocný Trh vor mir versteckt und ich hab ihn einfach. nicht. gefunden. Im Ernst! Man muss sich diesen Teil der Uni ein bisschen so vorstellen wie das Gebäude Hochzeitshaus/Kranen in Bamme, nur mit fünfmal sovielen Innenhöfen, Zwischengeschossen, Nebenflügeln und einem hundertfachen an Türen, Treppenhäusern und Fluren. Ein wahrhaft kafkaeskes (überstrapaziere ich dieses Attribut langsam?) Gebäude in dem ich damals auch schon auf der Suche nach der Bibliothek des Archivs der Universität fast um den Verstand gekommen wäre. So muss Archäologie also auf nächstes mal verschoben werden. Ich bleibe neugierig und sehe das jetzt mal ganz entschlossen NICHT als Zeichen an bloß die Finger von dieser glorifizierten Hilfswissenschaft zu lassen ;).

4) Das Landscape&Society Seminar lässt sich ganz gut an. Haut mich nicht um, aber der Dozent ist ganz cool und ich denke, dass das inhaltlich recht vielseitig wird. Eingestiegen ist der mit einer kulturwissenschaftlichen Annäherung an den Landschaftsbegriff - da hatte er mich schonmal überzeugt - und zwar ausgehend von einer kurzen Geschichte der Landschaftsmalerei, wo er mich wiederrum nicht ganz so auf seiner Seite hatte. Er setzt eine Emanzipation der Landschaft in der Malerei erst so mit Breughel im 16. Jhd. an. Also kein van Eyck, keine Limburger, die das - meiner Sichtweise nach - schon im 15. Jhd. vorgemacht haben. Ich weiß nur leider selber auch nicht (mehr) genug darüber, um groß zu widersprechen, aber mir erschien das alles ein bisschen krumm... Dennoch bleib ich dem Kurs erhalten, schon allein weil es Anfang Mai eine dreitägige Exkursion ins Český ráj gibt - also die Gegend in der wir über Neujahr waren. Und damit nochmal die Gelegenheit im U Boučku, Böhmens bestem Wirtshaus zu essen!!! :)

5) Tja, das so heiß ersehnte Seminar, von dem ich mir erhoffte ENDLICH mal den lange überflüssigen Überblick über die mittelalterliche Kunst in England zu bekommen, fällt für mich leider flach, da - entgegen der Ausschreibung - das Seminar auf Tschechisch stattfindet. DARN! Da war ich wirklich nen halben Tag lang echt geknickt. Sowas tut mir immer fast physisch weh! Da gibt es etwas, dass ich in Bamberg schon seit zwei Jahren suche und erhoffe und dann... scheitert es an sowas arbiträren wie nicht vorhandenen Sprachkenntnissen! Grumpf! Dislike!

6) Der Art&Architecture Kurs wurde von mir ja lange und heiß ersehnt. Eigentlich wollte ich ihn schon letztes Semester machen, aber damals kollidierte er noch mit dem Tschechischkurs. Dies ist diesmal - Spoileralert für 8) - nicht der Fall. Leider muss ich sagen, dass ich, obwohl der Dozent mehr als nur ein bisschen aussieht wie Quentin Tarantino, bisher eher unterwältigt bin. Er begann mit einer seeeeehr allgemeinen Einführung zur "Entstehung" der "europäischen""Kultur" und damit "Kunst". Während man Vieles von dem was er sagte, eben um der Vereinfachung willen hinnehmen konnte, aber in Anführungszeichen denken musste, war manches schlichtweg falsch (Keine sakralen Bilder im Judentum - Dura Europos anyone?) und der Rest eben wirklich sehr, sehr einführend und grundlegend. Naja, ich hoffe einfach in späteren Stunden auf einen engeren und härteren Bezug zu Prag. Das Programm für nächste Woche klänge in der Hinsicht sogar recht vielversprechend - er besucht mit dem Kurs die Ausstellung für Mittelalterliche Kunst im Agneskloster - aber das fällt für mich ja leider flach, da ich zu dem Zeitpunkt bereits in London bin :).

7) Die freudige Überraschung zum Schluss. Der Pyramiden/Hieroglyphen und Mumien-Kurs (Im Folgenden: Geilomat!!!-Kurs) wird glaube ich ein kleines Highlight. Ohne lästige Vorbildung (die über die kindliche Begeisterungs eines 12jährigen hinausgeht), die mir den Spaß verderben könnte, sauge ich im Geilomat!!!-Kurs alles begierig in mich auf und fühle mich wieder wie 12. Aber eine coole Art von 12! Das wird super, ich freu mich! Wir lernen sogar Hieroglyphen zu lesen!!! Yay! Dass einer der Dozenten aussieht wie der hochgeschätzte Betreuer meines Deutsch LKs in der K 13 - nur 20 Jahre jünger und ohne den fragwürdigen Oberlippenbart - ist auch kein Hindernis, eher im Gegenteil...;)

8) Die oben unter 1) ansprochene E-Mail teilte mir endlich Ort und Datum für den Aufbaukurs in Tschechisch mit, der für mich in Frage kam. Und angesichts des Dilemmas indem ich mich im Hinblick auf meine ECES Kurse befand hätte der Kurs gar nicht besser liegen können - oder schlechter, je nach dem. Denn er überschneidet sich natürlich auf voller Breite mit dem Habsburgerkurs. Das machte mir es dann - wenn auch schweren Herzens - recht einfach den Habsburgerkurs zu knicken und den Tschechischkurs aufzunehmen. Ich lernen also weiter diese abgefahrene Sprache. Das ist immerhin die gute Nachricht dabei!

9) Ja richtig, es gibt diesmal noch eine Nummer Neun. Ob das so klug ist, wird sich noch zeigen. Aber als besonderes Schmankerl hab ich mich noch in den Theaterkurs für dieses Semester eingetragen! Yay, ich werde wieder Theater spielen! Endlich! Abgesehen davon, dass die Dozentin erfreulicherweise aussieht wie eine etwas jüngere und kürzer geratene Version von Marissa Tomei, hat sie mich noch nicht wirklich überzeugt. Etwas sehr brav und lieb und ich weiß nicht ob sie beinhart genug sein kann, um bis ANFANG MAI einer derartig heterogenen Gruppe ein ordentliches Stück einzupeitschen (Warte Anfang Mai... war da nicht noch irgendwas...)

Soviel zur Besprechung meines Veranstaltungsplans. Fortsetzung folgt wegen eskalierender Länge in einem neuen Post...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen