Zur allgemeinen Überraschung und Erleichterung eines ganzen Seminars, stellte sich der Vortragende für diese Woche (und die nächsten drei) , als ein sehr putziges, altes Männchen, von mindestens 100 Jahren heraus, das zwar auch etwas schwer verständlich spricht, aber dafür lebhaft und interessant vorträgt. So werden wir die kommenden Vorträge über Buchkultur am luxemburgischen Hof in Prag, denke ich ganz gut überstehen! Er hat Fragen gestellt, auf Nachfragen nicht völlig authistisch reagiert und versucht den Wissenshorizont seiner Zuhörer mit einzubeziehen. Was zu beunruhigenden Erkenntnissen auf dieser Seite führte: Kann es wirklich sein, dass von 15 Studenten aus Deutschland und Österreich nur einer weiß was die DFG ist?
Die anschließende Vorlesung über "Dt. Lit. vor 1700" war an und für sich ganz interessant, nur verstehe ich nicht so ganz warum er in einer Überblicksveranstaltung wie dieser, die knapp 900 Jahre deutsche Literaturgeschichte abdecken soll, eine ganze Doppelstunde für obskure Texte wie "Trierer Floyris","König Rother","Graf Rudolf" und auch den von mir ja sehr geliebten "Herzog Ernst" hernimmt. Sogar "Orendel" und "Salman und Morolf" haben es in seine ppt. geschafft...
Am Ende immerhin kamen wir noch kurz zu Hartmann von Aue und seiner "Klage", dem "Gregorius" und dem "Armen Heinrich", aber dennoch scheint es mir nicht ganz verhältnismäßig zu sein, Texten wie "Iwein","Erec" und "Parzival" dann genausoviel/wenig Zeit einzuräumen, wie den oben genannten... Hätte das ja anders organisiert, weniger auf Vollständigkeit, dafür bei den wichtigeren Texte auch mal ein bisschen ins Detail... aber naja... bin gespannt wie es das machen will, wenn wir mal ins 15.-17. Jhd. kommen...!
Uuuund ich habe endlich ein paar Leute aufgetrieben, die noch nicht auf dem Alten Jüdischen Friedhof und in den ganzen Synagogen hier waren (die sich DIREKT neben dem Fakultätsgebäude befinden) und so werden wir uns das hoffentlich am Sonntag Vormittag ansehen...
Ansonsten habe ich den gestrigen Tag damit verbracht eine Hausarbeit Korrektur zu lesen, die mir aus Bamberg zugeschickt wurde (bald fertig, keine Angst ;) und vergangene Woche aus IRGENDWELCHEN Gründen liegengebliebene Serien aufzuholen. Außerdem beginnt heute Abend ja das Blockseminar "Obscuritas in the Middle Ages" was zwar sehr interessant klinggt und worauf ich mich sehr freue, wofür ich aber auch noch einiges lesen muss (u.a. einen sehr... nunja obskuren belletristischen Text über Averroes...) Dieses Blockseminar wird mich auf jeden Fall die nächsten beiden Tag vollauf beschäftigen, mal sehen wann ich wieder zum Schreiben komme und wie einsatzfähig mein Hirn dann am Sonntag sein wird...
Was habe ich heute gelernt: Naja eigentlich vorgestern. Trotzdem: Wenn ein Tscheche sehr gut Deutsch spricht, dabei aber immer wieder nahtlose Tschechische Worte einbaut, nennt man das "Makkaronisch"... warum auch immer... lustig ist es allemal!
Was höre ich gerade: Einer Facebook Verlinkung folgend höre ich gerade Anita Lipnicka & John Porter, einem höchst interessanten und vielseitigen Englisch/Polnischen-Duo...
I wear scars
On my body, in my mind
They remind me
Of who I am
Got no place
To call my home
I live where I stand
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