Samstag, 28. Januar 2012

Christoph vs. the DAMN good coffee!

Ich nutze einen meiner in letzter Zeit überhandnehmenden freien Nachmittage, um euch einen bunten Strauß an Belanglosigkeiten zu präsentieren, die mich in diesem Monat so beschäftigt haben.

- Das erste Semester ist vorbei. Viele Leute mit denen ich mich gut verstanden habe machen sich vom Acker, es stehen noch einige Abschiedsfeten an, darunter v.a. die der Finnin mit dem Pferdenamen, die ich schon sehr vermissen werde *seufz*. Insgesamt bleiben nur zwei oder drei Leute da, mit denen ich mehr als drei Sätze gewechselt hab und auch so mal was unternommen habe (Die andere Finnin und die Französin mit dem farbenfrohen Namen...).

- Habe alles bestanden, auch alles mit akzeptablen Noten bzw. solchen, die den betriebenen Aufwand wiederspiegeln... hrrrmmm... heißt: Nachdem ich mich bei der "Deutsche Literatur vor 1700" Klausur einfach auf mein Erinnerungsvermögen verlassen habe und schlicht nicht gelernt habe und LEIDER, SEHR viel Barock drankam, wozu ich einfach nicht soviel zu sagen hatte, steht da jetzt halt ne 2,5. Vom Gefühl her entspricht das immer so der Schulnote 4... na ja... das ist wohl der Preis der Faulheit und dafür, dass ich de facto nichts gelernt hatte... (Ihr seht hier einen alten psychologischen Trick der Selbstübertölpelung am Werk, der gerne von Schülern und Studenten angewandt wird: Einfach nicht lernen. Egal wie es aus geht, man fühlt sich immer selbst bestätigt. Ist die Note gut: Yay, super, ich bin so schlau, dabei hab ich gar nicht gelernt! Ist die Note schlecht: Naja, macht ja nix, hab ja eh nicht gelernt. Bewährt und erprobt seit der gymnasialen Unterstufe, lässt sich auch prima auf Uniklausuren anwenden ;)).
Da ich es eh nur für die Punkte brauch, ist es auch egal. Dafür war mein in zwei Tagen hingerotzte Mini-Hausarbeit über "Monarchy in the Making" für den CIEE "Czech and Central European History" Course, ne glatte 1, beste Arbeit des Kurses ;). Der Rest soweit auch sehr gut. Ein Problem gibt es noch, mein letzter Course Review scheint die Dozentin per Mail immernoch nicht erreicht zu haben. Zumindest bin ich heute ein bisschen erschrocken, als der Eintrag im SIS "failed" anzeigte. Jetzt muss ich rausfinden wo sie wohnt.... errrmm... ihr Büro hat und ihr das Ding persönlich vorbeibringen... :P

- Langsam muss ich mir mal Gedanken machen, was ich nächstes Semester belegen will. Das fängt hier nämlich schon am 20. Februar wieder an. Auf jeden Fall einen Kurs zur Kunst- und Baugeschichte von Prag und den Basic Czech Course II. Die Germanisten machen eine zweite Überblicksvorlesung zur Zeit von 1700 bis 1880... kann ja auch nichts schaden, dass angestaubte Deutsch-LK Wissen ein bisschen aufzufrischen. Spätestens seit der Klausur ist mir klar, dass alles was jenseits von 1500 liegt, für mich inzwischen Science Fiction ist...

- Bears und ich waren endlich mal (schon Anfang des Monats muss ich hinzufügen) in der Statní Opera und zwar in Dvořáks Rusalka, so mit der berühmtesten Tschechischen Oper überhaupt. Dafür haben wir mich extra neu eingekleidet, darunter auch schicke, neue schwarze Schuhe. Das Problem war nur, dass die beim Laufen so gar nicht saßen und brutal unter meine Knöchel schnitten. Trage die Wunden bis heute (hach!). Die Oper selbst war recht dick aufgetragen und furchtbar altbacken in Szene gesetzt. Bin gegen Ende des ersten Aktes ein bisschen entschlummert. War wirklich gespielt, gesungen und inszeniert wie so ne Märchenstunde aus den 50ern. It's the 21st century guys! Act like it!

- Was? Sagt da jemand ich widerspreche mir selbst? Hat da jemand Peter O'Toole gesagt? Jaja, alles schön und gut, aber so wie es ein Gutes im Schlechten gibt, gibt es auch ein Schlechtes im Guten ;). Ein Film bleibt nunmal ein Film und in der Zeit verankert in der er gedreht wurde (Es sei denn, der Film hat das große Pech von Georg Lucas besessen zu werden. Meine Meinung dazu dürfte klar sein...:P. Zumindest das Problem hat eine Oper nicht!).

- Wenn Bears nicht gerade lernen muss erkunden wir die Stadt. Wir haben's u.a. endlich mal ins Kafka Museum in Malá Strána geschafft. Der Biographische Teil war etwas fragwürdig (die alte Diskussion wieweit man Kafka psychologisieren kann, darf, muss mal wieder...), dafür war der Teil über die wichtigsten Werke (wobei gerade "Die Verwandlung" gefehlt hat!) sehr eindrücklich. Wirklich gelungen. Ansonsten arbeiten wir nebenher die Liste von Restaurant-Empfehlungen aus dem ERASMUS Guidebook für Prag ab und haben inzwischen eine ganze Reihe von Lokalen entdeckt, wo man z.T. auch MITTEN in Prag, SEHR gut und günstig tschechisch Essen gehen kann. Eines befindet sich direkt neben dem Kloster Břevnov unterhalb meines Wohnheims... da werd ich wohl in Zukunft öfter vorbeischaun müssen... :)

- Da Bears immernoch mitten in der allermassivsten Lern und Prüfungsphase steckt (btw: Die erste Klausur kam wenig überraschend mit einem A zurück ;) habe ich recht viel Zeit, um mich alten und neuen Projekten zu widmen. Ich habe erstmal versucht eine Exkursion der Bamberger Medieval Studies in Prag anzustoßen, am besten mit einem kleinen Kooperationsseminar mit dem CMS hier. Mal sehen was drauß wird. Der Battlestar Galactica Rerun läuft und ich habe ENDLICH mal die erste Staffel von Twin Peaks (daher auch der Titel dieses Eintrags), sowie den vom kleinen Taugenichts hochgelobten und vielgeliebten Film Scott Pilgrim vs. the world gesehen. Auch, wenn ich mich dem Enthusiasmus den der Film bei Anderen ausgelöst hat, nicht ganz anschließen kann, so habe ich ihn mir doch sehr gerne angesehen. Ein wahrer Genuss war hingegen Twin Peaks . Hab mir die Tschechische Box der ersten Staffel gekauft und werde mir wohl demnächst die Zweite holen müssen, nachdem die Erste mit der Mutter aller Cliffhanger endete... Auch wenn die Serie optisch inzwischen ein bisschen angestaubt daher kommt, so muss man doch nachvollziehen wie viel hier zum erstenmal ausprobiert und etabliert wurde. Ein Monk oder ein Dr. House wären ohne Detective Cooper, sicherlich nicht denkbar gewesen. Auch das Vermischen von bis dahin recht festgelegten Programmformaten (Soap und Crime-Drama), sollte Schule machen. Und davon, dass der Red Room in Nerdkreisen bis heute Kultstatus hat, fang ich gar nicht erst an. Ich freu mich auf jeden Fall darauf mir nächste Woche die Zweite Staffel zuzulegen, um mir erneut den Twin Peaks Effekt zu geben.

- Ansonsten hab ich mich mal wieder vermehrt meinen großen kleinen Langzeitprojekt gewidmet. Einige mögen sich noch an die obskuren selbstgemalten Landkarten in meinen Zimmern erinnern oder an die Bleistiftmännchen, die sich an den Zimmerwänden in Untersteinach tummelten. Der Fantasy-Weltenbau dahinter schreitet inzwischen in Form von einigen Dutzend Word-Dateien immer weiter voran. Manchmal arbeite ich jeden Tag daran (so wie in den letzten Wochen), zwischenzeitlich habe ich aber auch über Jahre hinweg gar nicht dran gesessen (Anfang/Mitte meines Studiums). Wenn ich überlege, wann ich angefangen habe, müsste man wohl bis 2002/2203 zurückgehen? Kürzlich habe ich auf jeden Fall die 1000. Seite geknackt. 8000 Jahre Geschichte und ein halber Kontinent sind nun langsam, ganz langsam erschöpfend behandelt ;-).

- Oh, und ich hab mal wieder ein bisschen Prosa zustande gebracht. Habe ja, seitdem ich mich vor einigen Jahren mit den Geschichten um den bretonischen Ritter Leon Mauriac und seine Kumpanen völlig in meinen Plots, narrativen Ambitionen und über 800 Seiten verhedderte, nicht mehr wirklich was geschrieben. Aber jetzt habe ich ein bisschen Zeit und mit Prag glaube ich endlich die passende Lokalität für einen Plot gefunden zu haben, der mir schon seit Jahren durch den Kopf spukt und den ich nun endlich mal austesten kann...

- Ach ja, das putzigste aus der Schweiz hab ich noch gar nicht erzählt: Die Busse, welche da die ganzen Höfe und Dörfer mit den größeren Städten verbinden werden "Postautos" genannt. Bzw. nicht nur so genannt, sondern heißen auch ganz offiziell so! Wie süß ist das denn?

- Endlich zeichnet sich ab, dass mal familiärer Besuch aus Dtld. die paar Kilometer und Stunden auf sich nimmt und mich besuchen kommt! Yay!

Ich glaube das war's soweit erstmal. Wenn's sonst was Neues gibt, melde ich mich. Hoffe es geht euch allen gut und habt eine schöne Zeit in wo auch immer ihr gerade seit!

8 Kommentare:

  1. 1700-1880?
    Natürlich war Schiller ganz nett. Goethe verdient extra Punkte für seinen enormen Weinkonsum. Kleist ist selbstverständlich herausragend! Aber bevor du es dir da bequem machst und noch zwei Stücke cherry pie bestellst, such dir doch eine interrsantere Zeit raus! Irgendwas mit Hofmannstahl oder Kästner oder Kirchhoff!

    Was du vom antiquierten Filn sagst, lässt sich auch auf alle Auffürhungen übertragen. Theaterwissenschaftler würden TÖTEN, um sich eine in der Zeit erstarrte Vorstellung ansehen könnten. Das siond Zeitdokumente, die es gar nicht gibt.

    Zuletzt spreche ich wohl für alle, wenn ich sage, dass wir gespannt darauf sind, was deine Knochenschüssel so hervorgebracht hat...

    AntwortenLöschen
  2. Nachtrag zu Twin Peaks: Es wäre interessant die Serie mal mit LOST zu vergleichen. Gerade stilistische Elemente im Bereich der Spannung und Narration, scheinen mir untersuchungswürdig. Die beiden Serien sind mit ihren "Was zur Hölle passiert denn da jetzt?"-Moment ja relativ einzigartig und vor allem ähnlich.

    AntwortenLöschen
  3. Wir haben am Samstag ein sehr gutes, bekömmliches und süffiges Bier in Hamburg getrunken. Wir waren sehr positiv überrascht und ich fand es äußerst Konkurenzfähig gegenüber dem Bamberger Zwergla. Der Blick zu meinem Nachbarn und Vater zeigte mir ein leeren Bierkrug wohingegen unsere Hamburger Gastgeber gerade erst den Schaum durchdrungen haben. Als wir dann schliesslich feststellen mussten auf der Karte an der Wand steht wirklich Bamberg musste unsere, sehr nette und seeehr attraktive Hamburger Bedienung gleich Informieren, dass der Brauer ja Bayer sein. Auf diesen Schreck hin bestellten wir uns noch ein Bier und noch eins und er noch eins und ich musste passen wegen Gesundheitsgefährdung. Doch ich bin zu der Überzeugung gekommen, ein weiterer Besuch lohnt sich und wird nicht lange auf sich warten lassen. Da sind dann auch 5 Bier drinen, da nach drei nur ein leichtes Kribbeln in den Fingern zu spüren war.
    Redest du da von Süderde?

    AntwortenLöschen
  4. Ich bestehe auf Konkretisierung und zumindest interne Publikation Deiner uralten Projekte!
    Auch bei mir ist Dank einer Supervision durch einen künftigen Wissenschaftler ein wenig Bewegung in die Wiederaufnahme einer alten - abgeschlossenen(!) - multikulti Idee aus dem Warhammer Spektrum geraten.

    mal sehen

    AntwortenLöschen
  5. Wenn Schriftsteller nicht schreiben können, können sie doch wenigstens das Schreiben unterrichten - oder wenigstens Kritiken schreiben.

    AntwortenLöschen
  6. @Baron
    Mal sehen, wie sich das mit der internen Publikation machen lässt... denk da schon ne weile drüber nach, hab keine Lust, dass das hier geklaut wird...
    @Gärtner
    Neee... das Nach-Nachfolgeprojekt "Belaar/Salanon": Man nehme einen klassischen Tolkien/Mittelerde-Fantasy-Grundkonses, füge große Portionen Warhammer-Welt, DSA und D&D (v.a. Geschmacksrichtung Vergessene Reiche, gerne aber auch ein bisschen Greyhawk und Eberron) hinzu und vermenge das ganze großzügig mit einer dicken, fetten Klotz Medieval Studies (Verhältnis etwa 1,5/1). Kann auch mit sonstigen, oberflächlichen historischen Wissen gestreckt werden.
    Abschließend verfeinere man das ganze noch ganz nach Geschmack mit der ein oder anderen hoffentlich originellen Idee und der eitlen Hoffnung alles besser gemacht zu haben als in den anderen Fällen, wo einen doch immer irgendwann, irgendwas nervt...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ...und schiebt es dann in einen viel beschäftigten Kopf und lässt es mindestens 9 Jahre garen. Dazu serviert man ein Ambiente mit klassischer Mittelaltermusik, Holztisch, Würfeln und Kerzen. Zum Schluss rundet man alles mit einem Zeiten und Welten übergreifenden Getränk ab... Met.

      Löschen
  7. Eine geschütteltes Maß "Osten Ard" nicht zu vergessen...

    AntwortenLöschen