Es wird mal wieder Zeit der eitlen Idee zu frönen, dass irgendwen da draußen interessiert was ich hier so tue. Und zwar massiv, denn es ist über einen Monat her, dass ich zuletzt geschrieben habe und völlig ereignislos war er bei weitem nicht. Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht so genau wo zu beginnen. Ich denke wir beginnen am Anfang, das hat sich irgendwie so durchgesetzt...
- Dem Besuch des Herrn Barons und des jungen Taugenichts (der vor allem wegen seiner hemmungslosen Schlemmerei in Erinnerung bleibt) folgte ein weiterer Besuch aus deutschen Landen: Zwei (genau genommen drei) junge Damen aus dem Dunstkreis der alten Heimat kamen vorbei und haben sich trotz kaum überwundener Erkältung im ersten Fall, nachwuchsbedingter Ausbeulungen im Bauchbereich im zweiten Fall und einem akuten Fall von pränataler Protoexistenz im dritten Fall, wacker zwei Tage lang von mir durch Prag schleifen lassen. Das Wetter erwies sich als äußert kooperativ und sogar ich hab noch das ein oder andere Neue in Prag erlebt, so z.B. eine Rundfahrt mit einem netten, kleinen Touristenschlepper auf der Moldau. Außerdem wurde ich über das Schicksal, die Karrieren und Lebensplanungen meiner ehemaligen WG und noch aktiver oder schon ausgeschiedener Mitbewohner auf den neusten Stand gebracht. Sehr schön war's, ihr dürft jederzeit wiederkommen! :)
- Am folgenden Wochenende war ich dann drei Tage in der Schweiz: Sonne, Aare, Bern, Fondue, Lange Spaziergänge, Kellerkino (ein wahrhaft inspirierender Film über schweizer Messies), Merange, Migros, Postauto und natürlich ganz viel Bears quality time. Viel zu schnell vorbeigezogen - wie eben immer.
- Das darauf folgende Wochenende führte mich dann wieder nach Oberfranken! Zum ersten mal seit der Weihnachtszeit wieder in der alten Heimat. Merkwürdiges Gefühl. Anlass war ein Klassentreffen am Samstag Abend, aber bis dahin sollte sich noch so einiges ereignen. Donnerstag Abend kam ich in Bamberg an und habe mich lange und sehr nett mit der last Mitbweohnerin standing unterhalten über Bamberg, die WG, das Leben und den ganzen Rest. Am Freitag eskalierte dann mein ursprünglicher Plan für den Mittag in Bamberg (nur schnell am Bahnhof den Bahncard und Ticketkram organisieren und an der Uni ein paar Sache erledigen) zu einer großen, glorreichen Bamberg-Tournee, die fast den ganzen Tag dauerte und an deren Ende die Erkenntnis stand, dass es vielleicht doch so etwas wie Heimat gibt, wenn diese auch weniger in einem Ort zu suchen ist, sondern vielmehr in den Menschen welche dieser Ort vereint und zusammenbringt.
So gab es interessante Gespräche in diversen Büros und am Lehrstuhl, mit ehemaligen und evtl. auch wieder zukünftigen Kollegen, was sich so ereignet hat und was so ansteht, später dann in der Mensa mit der müttlerlichsten aller (ehemaligen) Mitbewohnerinnen und der unvergesslichsten aller Niederbayerinnen und danach am Kaffeetisch der geschätzten Chefin bei UTS (Ja den Laden gibt es - trotz meiner anhaltenden Abwesenheit - noch, ich werde also noch einen Job haben, wenn ich wieder nach BA komme!). Schön wars, man kann immernoch wunderbar den Autopiloten anwerfen und ehe man sich's versieht steht man vor der TB 4 oder in der Austraße. Ach jaaaaaaa *seufz*. Nur kleiner scheint die Stadt irgendwie geworden zu sein. Waren die Häuser nicht irgendwie höher? Die Straßen nicht irgendwie dichter befahren? Waren nicht mehr Menschen auf der Straße?
Später fuhr ich dann mit der Bahn zum Baron wo ich bis zum nächsten Abend v.a. viel aß, trank, einiges über Bienen und das oberfränkischen Vereinswesen lernte und einen Orkschamanen bemalte. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen oder in diesem Falle der WAAAAAAAAAGH!!!.
Am Samstagabend ging es dann zum ausschlaggebenden Klassentreffen, das sich - trotz anfänglicher Skepsis - als ganz, ganz wunderbar herausstellte. Überraschend viele Leute, und eigentlich (fast) alle für mich interessanten (also die Leute, die ich sowieso mehr oder weniger regelmäßig sehe) waren gekommen. Wir suhlten uns im eigenen nostalgischen Saft, schmachteten über uralten Digitalphotos von Mitte und Anfang der Nuller Jahre. Alte Freundschaften wurden reaktiviert, alte Vorurteile bestätigt und bei Leuten mit denen man sich schon zu Abi-Zeiten nichts zu sagen hatte, hat sich das auch nach sechs Jahren nicht geändert. Das freundliche Nicken und Weitergehen funktioniert damals wie heute. Einige Fragen, die seit Jahren offen waren konnten endlich geklärt werden, alten Schulden beglichen und Ungeheuerlichkeiten aufgedeckt werden. Und natürlich wurde über all dem viel zu viel Alkohol getrunken.
Dieser Umstand bestimmte dann auch die Gestaltung des folgendes Tages, den ich bei der Frau Mama auf dem Lande zubrachte (mein guter, bester, ältester Freund hatte sich erbarmt und mich, der ich ohne konkreten Abreiseplan nach Kulmbach gekommen und inzwischen recht betrunken und anhänglich war, ins periphere Neuenmarkt kutschiert) und mir, unfähig das Bett zu verlassen, heftig wünschte, mein Schädel würde endlich ein gnädiges Ende machen, seine schmerzdröhnende Drohung in die Tat umsetzen und erlösend explodieren. Wirklich, einen derartigen Kater hatte ich mein Lebtag noch nicht: Saufen wie mit 19 geht zwar auch sechs Jahre später noch, nur die Konsequenzen, die man dafür ertragen muss sind ungleich bitterer. Hach, noch einmal jung sein!
Am Montag fuhr ich wieder zurück ins schönste aller böhmischen Dörfer jedoch nur für kurze Zeit, denn schon am Donnerstag saß ich wieder im Shuttlebus Praha-Norimberk, um mich in den Weiten der oberfränkischen Wildnis in einem Regionalzug mit Bears zu treffen, die von Bern gefahren kam. Aber das, und die daraus folgenden Ereignisse welche die letzten neun bis zehn Tage bestimmten, sind einen eigenen Blog-Eintrag wert. Der kommt sobald ich mich motivieren kann bzw. es wieder Anlass zum Prokrastinieren gibt ;).
Da hast du aber für meinen Zustand eine sehr hübsche Umschreibung gefunden :)
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